Kinder-Zahnpflege: 12 Tipps für gesunde Zähne bei Babies und Kindern

Kinder-Zahnpflege: 12 Tipps für gesunde Zähne bei Babies und Kindern

Laut der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege haben mehr als 13 Prozent der Kleinkinder Karies im Milchgebiss. Die Zahlen steigen aufgrund von verste

Ab wann putze ich meinem Kind die Zähne?

Der erste Zahn, meist der Unterkieferfrontzahn, bricht im Durchschnitt im 6. Lebensmonat durch. Es kann aber auch der Fall sein, dass dein Baby bereits mit einem Zahn zur Welt kommt oder ihn erst zum ersten Geburtstag bekommt.
Es ist sinnvoll mit dem Zähneputzen zu beginnen sobald der erste Zahn durchgebrochen ist. Karies kann sehr schnell in Milchzähnen entstehen, deswegen ist eine gesunde Ernährung und regelmäßige Mundhygiene sehr wichtig. Am besten zwei Mal am Tag. So erlernt dein Baby eine Routine und weiß direkt wie wichtig Mundhygiene ist.
Mit ungefähr zweieinhalb Jahren ist das Milchgebiss vollständig. Dein Kleinkind sollte dann 20 Zähne haben. Bitte unterstütze dein Kind beim Zähneputzen so lange wie möglich und putze auf jeden Fall bis zum 7. Lebensjahr nach. Erst dann hat dein Kind die motorischen Fähigkeiten seine Zähne selber gründlich zu putzen. Dein Kind sollte auch mindestens einmal am Tag Zahnseide verwenden. Das geht am besten wenn dein Kind am Boden liegt und du ihm dabei hilfst.

Welche Zahnbürste soll ich meinem Baby kaufen?

Für Babys eignen sich in den ersten Monaten nach Zahndurchbruch eine Fingerzahnbürste. Damit kann sich das Baby daran gewöhnen, dass die Eltern ihm die Zähne putzen. Diese besteht aus Silikon und hat weiche Noppen auf die du etwas Kinderzahnpasta geben kannst oder du den Zahn solange nur ein Zahn durchgebrochen ist einfach nur morgens und abends sauber wischst.

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Fingerzahnbürste

Vor dem Zahndurchbruch helfen Beißringe Babys bei den öfters auftretenden Schmerzen beim Zahndurchbruch. Es gibt zum Beispiel einen Beißring, der Rassel, Beißring und Zahnbürste in einem integriert. Dieser wurde von einer Kinderzahnärztin entwickelt:

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Sobald mehrere Milchzähne vorhanden sind, kannst du auf eine richtige Kinderzahnbürste umsteigen. Es ist empfehlenswert eine sehr weiche Zahnbüste zu nehmen mit kleinem Bürstenkopf und dickem handlichen Griff, damit dein Kind auch mal selbst putzen kann. Auf der Verpackung stehen oft die Altersangaben, die den Kauf erleichtern.
Du kannst aber auch direkt mit einer elektrische Zahnbürste ab dem ersten Zahn anfangen. Damit lässt sich oft leichter und schneller die Zähne bei deinem Kind putzen, gerade wenn dein Kind sich am Anfang dagegen wehrt.

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Wie oft wechsle ich die Kinderzahnbürste?

Es ist sinnvoll die Zahnbürste spätestens nach 3 Monaten zu wechseln. Wenn die Borsten schon früher nach außen abknicken, darf sie gerne schon früher gewechselt werden.

Welche Zahnpasta soll ich meinem Kind geben?

Kinderzahnärzte empfehlen eine Kinderzahnpasta ab dem ersten Zahn mit Fluorid. Die fluoridierte Zahnpasta soll zwei Mal am Tag verwendet werden. Der empfohlene Fluoridgehalt ist in jedem Alter etwas unterschiedlich.
Bis zum 6. Lebensjahr sollte der Fluorgehalt 1000 ppm (parts per million) nicht überschreiten. Die Familienzahnpasta ist erst später geeignet. Sie hat einen Fluoridgehalt zwischen 1350 ppm und 1500 ppm. Fluorid macht den Schmelz härter und widerstandsfähiger indem Säuren den Schmelz nicht mehr so leicht angreifen können.
Wenn du etwas kritisch gegenüber Fluorid eingestellt bist, dann kannst du deinem Kind die Zahnpasta mit Fluorid auch nur einmal am Tag geben. Wenn du mehr über Fluorid erfahren möchtest, und der Frage „Ist Flourid gut oder schlecht“ auf den Grund gehen möchtest, dann habe ich dir den passenden Artikel verlinkt.

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Wie viel Zahnpasta soll ich auf die Zahnbürste meines Kindes geben?

Du kannst dich an der Größe des kleinen Fingernagels deines Kindes orientieren. Diese Menge reicht vollkommen. Es ist auch nicht schlimm, wenn dein Kind die Zahnpasta schluckt, es sollte nur nicht die ganze Tube auf einmal verschlucken. Mit der Zeit und etwas Geduld wird dein Kind lernen, die Zahnpasta auszuspucken. Ausspülen mit Wasser ist nicht so wichtig, so kann die Zahnpasta noch etwas länger im Mund wirken. Es geht am Anfang vor allem darum, dass dein Kind eine Routine bekommt und merkt wie wichtig Zähneputzen ist.
Am Besten ist es, wenn du eine Zahnpasta nimmst, die keinen Fruchtgeschmack oder Zuckeranteil hat, da dein Kind die Zahnpasta nicht zum naschen verwenden soll. Der Fluoridgehalt darf auch nicht zu hoch gewählt werden, da es sonst zu Übelkeit und Durchfall kommen kann. Bis zum 6. Lebensjahr sollte der Fluoridgehalt nicht 1000 ppm (part per million) überschreiten. Wenn du mehr über Fluorid lernen möchtest, dann gehe unter Zahnbehandlungen auf Fluorid.


Welche Putztechnik wende ich bei meinem Kind an?

Kleine Kinder wird als Einstieg die KAI-Methode gezeigt:

  • K = die Kauflächen zuerst, danach
  • A = die Außenflächen der oberen und unteren Zähne gemeinsam, bei geschlossener Zahnreihe während  eine kreisende Bewegung durchgeführt wird und zum Schluss
  • I    = die Innenflächen der oberen und unteren Zahnreihen einzeln

Wie putze ich die Zähne meines Kindes?

Am Besten nimmst du dein Kind/ Baby mit dem Rücken zu dir auf den Schoss.
Putze ihm die Zähne mit kleinen sanften Bewegungen, am Besten von rot nach weiß, also vom Zahnfleisch zum Zahn. Achte darauf, dass das Zahnfleisch gerade in der Zahnungsphase sehr empfindlich ist.
Wenn dein Kind nicht ruhig sitzen möchte kann es helfen ihm selbst eine Zahnbürste in die Hand zu geben oder das Kind selbst putzen zu lassen. Du putzt dann natürlich nach oder führst ihm die Hand. Deinem Kind wird es leichter fallen sich die Zähne putzen zu lassen, wenn es dich zum Beispiel beim Zähneputzen schon gesehen hat, also du Vorbild für dein Kind bist. Es hilft auch, wenn dein Kind sich selbst im Spiegel sieht und zusehen kann was bei ihm im Mund gemacht wird. Wenn sich dein Kind absolut nicht seine Zähne putzen lässt, dann lege dein Kind hin und wickele dein Kind in einem Handtuch ein, wo es seine Hände nicht bewegen kann. Singe oder spiele ein Lied vor, das mindestens zwei Minuten geht und höre jedes Mal an der gleichen Stelle auf, wenn du mit dem Zähneputzen fertig bist. So bekommt dein Kind eine Routine und weiß dass das Zähneputzen immer an einer bestimmten Stelle zu Ende ist oder wenn das Lied zu Ende ist. Es hilft auch, wenn du deinem Kind ein Buch über das Zähneputzen vorliest, wie dieses hier:

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Mein erstes Zahnputzbuch

Wann gehe ich zum ersten Mal mit meinem Kind zum Zahnarzt?

Sobald der erste Milchzahn da ist kannst du einen Termin für dein Kind vereinbaren also ungefähr mit 6 Monaten. Du kannst aber natürlich dein Kind auch zu deinen Kontrollterminen mitnehmen. So kennt dein Kind bereits die Praxis und den Zahnarzt und kann sich an alles gewöhnen. Außerdem kann dir dein Zahnarzt hilfreiche Tipps geben zum Beispiel über die richtige Ernährung bei deinem Kind.

Kann ein Kinderzahnarzt in Vollnarkose behandeln?

Kinder können in Vollnarkose behandelt werden sofern eine Behandlung in Lachgas, wo die Kinder auch ruhig gestellt werden, nicht möglich ist. Sofern der Kinderzahnarzt bescheinigt, dass das Kind nicht nur unter örtlicher Betäubung behandelt werden kann werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Ansonsten ist mit Kosten von etwa 400 Euro zu rechnen.

Wie kann ich die Zähne meines Kindes zusätzlich schützen?

Zunächst einmal ist die Hauptursache für Karies bei Kindern der Zuckerkonsum, z.B. durch Fruchtsäfte, Süßigkeiten oder Obst. Es ist völlig in Ordnung, dass dein Kind ab und zu Süßes konsumieren darf. Wichtig ist nur, dass die Zähne bzw. der Schmelz zwischen den Mahlzeiten genug Zeit hat sich zu regenerieren. Es kommt nicht auf die Menge an Süßen an, sondern auf die Häufigkeit. Daher ist es sinnvoll, Süßigkeiten nicht als Zwischenmahlzeit anzubieten, sondern zu den Hauptmahlzeiten. Gesunde Zwischensnacks wären z.B. Gemüse oder Käse. So hat der Zahn genug Zeit seine Schutzschicht aufzubauen bevor die nächste Mahlzeit ansteht. Am Besten wäre es, wenn dein Kind sich erst gar nicht an Fruchtsäfte gewöhnt und nur Wasser trinkt. Eine Apfelsaftschorle ist mit einer Packung Gummibärchen zu vergleichen. Es fügt dem Zahn enormen Schaden zu. Da ein Kind über den Tag verteilt immer wieder trinkt, haben die Zähne keine Möglichkeit sich zu regenerieren. Außerdem schützt du die Zähne deines Kindes wenn du ab einem Jahr deinem Kind die Trinkflasche abgewöhnst und ihm stattdessen eine Tasse oder einen Becher zum Trinken gibst. Außerdem, ganz wichtig, bitte schlecke weder Schnuller noch Besteck von deinem Kind ab damit sich deine Kariesbakterien nicht auf dein Kind übertragen. Damit dein Kind besser verseht, warum Süßes, ungesunde Zwischenmahlzeiten so schädlich sind, kann dieses Buch bei der Aufklärung helfen.

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Klarissa von und zu Karies

Sind zusätzliche Fluoride für mein Baby notwendig?

Die meisten Zahnärzte empfehlen eine Kinderzahnpasta mit Fluorid. Sofern ein Arzt keine zusätzlichen Fluoride verschreibt, ist diese nicht notwendig.
Zu viel Fluorid kann zu einer Hyperfluorose führen, das sind weißliche Flecken auf den Zähnen, die dein Kind später nur durch Bleaching entfernen lassen kann.

Was hilft gegen Zahnungsschmerzen?

Dein Kind kommt nachts nicht zur Ruhe, schreit und erfordert Deine Aufmerksamkeit? Gut möglich, dass dein Kinder gerade zahnt. Gut möglich, dass Du dir die Frage stellt: Gibt es Schmerzmittel gegen Kinderzahnschmerzen? Tatsächlich kannst du diese Zahnungsschmerzen reduzieren, denn es wurden eigens verschiedene Produkte die bei Zahnungsschmerzen helfen können, entwickelt:

  • Ein kühlender Beißring, den du in den Kühlschrank legen kannst aber bitte nicht in das Gefrierfach. Das ist zu kalt. Eiswürfel sind ebenfalls zu kalt für Babymünder.
  • Eine Zahnfleischmassage mit z.B. einer Fingerzahnbürste, die du später zur Reinigung vom ersten durchgebrochenen Zahn nehmen kannst. Sie besteht aus Silikon hat weiche Noppen. Damit kann das Jucken im Mund aufhören.
  • Es gibt auch homöopathische Mittel die Zahnungsschmerzen reduzieren. Es gibt zum Beispiel rezeptfreie Mittel, wie Osanit-Kügelchen, Escatitona-Tropfen oder Viburcol-Zäpfchen. Viele Mütter, Hebammen und Heilpraktiker schwören seit Jahrhunderten auf die Wirkung des Bernsteins und empfehlen Bernsteinketten, die das Baby um den Hals tragen soll. Allerdings gibt es bis heute keinen wissenschaftlichen Nachweis.
  • Bernstein fällt unter die Gruppe des natürlichen Harzes der Pinus succinifera. Es ist ein Heilsteinen und wird empfohlen bei Zahnungsschmerzen, weil es diese lindern soll. Babys sollen diese Bernsteinkette um den Hals tragen. Durch die Körperwärme entweichen ätherische Öle, die Zahnungsschmerzen lindern. Die Kette darf nie in den Mund genommen werden, da Steine verschluckt werden könnten! Die Popolini Bernsteinkette besteht aus Naturbernstein aus dem Baltikum, ist ca. 33 cm lang, nicht geschmolzen und nicht gepresst. Das Band ist einzeln zwischen jedem Stein geknotet. Der nickelfreie Sicherheitsverschluss reißt unter Zugbelastung. 
  • Auch hartes Brot, festes Gemüse oder ein gekühlter Babylöffel können helfen den Druck auf dem Zahnfleisch zu reduzieren indem die Babys darauf kauen. Bitte behalte dein Kind im Auge, damit sich dein Kind nicht verschluckt, falls etwas abbricht.
  • Beruhigende Tees für das Zahnfleisch, wie ungesüßter Kamillentee oder Salbeitee kannst du deinem Kind entweder zum Trinken geben oder auf die schmerzhafte Stelle im Mund auftragen z.B. mit einem Wattestäbchen.
  • Mit Hilfe von einem lokalen Betäubungsmittel, welches der Kinderarzt auf die schmerzende Stelle einmassiert können die Schmerzen gelindert werden. Das ist gerade vor der Essenseinnahme hilfreich. Als Zahnungsgel kann Dentinox genommen werden. Allerdings hilft dieses Gel nur oberflächlich am Zahnfleisch und nicht im Knochen.
  • Ansonsten schenke deinem Kind viel Aufmerksamkeit und spiele, kuschele mit ihm. Ablenkung hilft immer.

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Osanit Globuli gegen Zahnungsschmerzen

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Bernsteinkette, gegen Zahnungsschmerzen

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Bitte beachte, dass Schmerzmittel und Hausmittel bei Zahnschmerzen, die sich sonst bestens für Erwachsene eignen, nicht für Babies eignen.

Kann ich weiter stillen wenn die ersten Zähne kommen?

Klar kannst du. Da die ersten Zähne meistens zuerst im Unterkiefer kommen ist es unproblematisch. Da beim Trinken das Baby die Zunge über die Zähne im Unterkiefer schiebt ist die Brust geschützt solange das Baby trinkt. Wenn die Zähne im Oberkiefer kommen kann es schmerzhaft werden. Dann hilft es einen Finger in den Mundwinkel des Kindes zu schieben um den Trinkvorgang zu unterbrechen. So lernt das Baby, dass nur Milch kommt wenn ich nicht beiße. Es kann aber auch gut sein, dass dein Baby gar nicht beißt.
Sollte dein Kind Karies bekommen, dann ist es das Beste für dein Baby wenn du abstillst. Diese Early Childhood Caries ensteht, weil die oberen Frontzähne von deinem Kind permanent mit der Muttermilch umspült werden.

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Zuletzt aktualsiert am 12. Oktober 2019

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