6 Tipps gegen Zahnarztangst bei deinem Kind

6 Tipps gegen Zahnarztangst bei deinem Kind

Es ist sehr wichtig, dass sich dein Kind beim Zahnarzt wohlfühlt und gerne dorthin geht, um möglichst lange oder am besten nie Zahnprobleme zu bekommen.
Was ist aber, wenn dein Kind Angst vor dem Zahnarzt hat?
Hier erfährst du alles wie du mit Zahnangst umgehen kannst:
Egal ob es dein eigenes Kind ist, oder das Kind von Freunden, das nicht gerne zum Zahnarzt geht. Sicher ist, Zahnschmerzen bei Kindern können sehr schnell real werden und können sich nur verschlimmern, wenn zum Beispiel der schmerzende Zahn nicht behandelt wird. Wenn es soweit gekommen ist, dass dein Kind Zahnschmerzen hat und eine Zahnbehandlung durchgeführt werden muss, kann dein Kind so angespannt sein und schon kleine Schmerzen, die eventuell während der Behandlung auftreten können, als so stark wahrnehmen, dass dein Kind nicht mehr gerne zum Zahnarzt geht, weil es den Besuch mit Schmerzen verbindet. Also am besten lass es bei deinem Kind erst gar nicht so weit kommen, dass eine Zahnbehandlung notwendig wird.
Wenn dein Kind Angst vor dem Zahnarzt hat, dann kann die Angst auch ohne Medikamente oder Sedierung behoben werden.

Erstmal, was ist überhaupt Zahnarztangst?

Viele Leute gehen nicht besonders gerne zum Zahnarzt, aber sie haben nicht unbedingt Angst davor. Angst ist eigentlich eine ganz natürliche Reaktion des menschlichen Körpers auf eine wahrgenommene Bedrohung oder Gefahr. Meistens haben die Patienten, sowohl Erwachsene also auch Kinder eine schlechte Erfahrung bei einem Zahnarzt gemacht oder sie haben Angst, dass sie Schmerzen während der Behandlung haben könnten.
Es kann jedoch auch passieren, dass dein Kind bisher keine Angst vor dem Zahnarzt hatte, aber von seinem Freund, der viele Löcher hatte, erzählt bekommen hat, wie schmerzhaft seine letzte Zahnbehandlung war. Obwohl die Zähne deines Kindes völlig gesund sind, kann dein Kind zukünftig beim Zahnarzt nervös oder sogar Angst haben, dass er ähnliche Erfahrungen machen wird.

Zahnangst kann sich folgendermaßen zeigen:

  • negative Gedanken
  • Weinen
  • Aggression
  • Kooperationsverweigerung
  • Schlafstörungen
  • gestörte Essgewohnheiten
  • Schmerzmittelmissbrauch

Bist du Angstpatient und möchtest in Vollnarkose behandelt werden?

Grundsätzlich ist eine Behandlung in Vollnarkose möglich, allerdings bieten diesen Service nicht alle Zahnarztpraxen an, da für den Eingriff ein Anästhesist benötigt wird.
Der Patient wird für den Eingriff für ein paar Stunden schlafen gelegt und wacht mit fertig behandelten Zähnen auf. Je nach Dauer des Eingriffs müssen mit Kosten von circa 400 Euro gerechnet werden, die normalerweise nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Warum hat mein Kind Angst vor dem Zahnarzt?

Um die Zahnangst deines Kindes zu lindern, hilft es, die Ursachen zu verstehen. Mit diesem Wissen ausgestattet, kannst du seine Angst vor dem Zahnarzt effektiver bewältigen.
Mit zahnärztlichen Eingriffen können Schmerzen verbunden sein und wenn dein Kind schlechte Erfahrungen gemacht hat, dann muss dein Kind erstmal wieder gute Erfahrungen beim Zahnarzt machen, damit es wieder Vertrauen zum Zahnarzt bekommt. Deswegen sind regelmäßige Besuche beim Zahnarzt so wichtig.
Erwachsene, die als Kinder auf einem Zahnarztstuhl Schmerzen hatten, meiden oft lebenslang den Zahnarzt, oder sagen immer wieder Termine ab. Dies führt oft zu noch schlechteren Zähnen.
Außerdem haben viele Patienten Angst die Kontrolle zu verlieren. Es kann helfen, wenn das Kind oder der Erwachsene weiß, dass der Zahnarzt sofort aufhört, wenn er zum Beispiel seine Hand hebt. Dies gibt ihm mehr Kontrolle und macht den Besuch einfacher.
Wenn Erwachsene an Zahnangst leiden, können sie diese Angst auch auf ihr Kind übertragen. Deswegen sollten ängstliche Eltern auf keinen Fall dem Kind, sagen, dass es beim Zahnarzt weh tun kann.

Zu viel Zeit zwischen den Besuchen

Ein weiterer Faktor der Zahnangst begünstigen kann ist, wenn der letzte Zahnarztbesuch schon zu lange her ist. Nur weil man lange nicht beim Zahnarzt war, muss es nicht heißen, dass das Kind zwangsläufig Löcher bekommen hat. Kinder gehen jedoch davon aus, dass seltene Besuche beim Zahnarzt zu mehr Problemen führen, wenn sie schließlich dann doch gehen. Und mehr Probleme in ihrem Kopf bedeutet größeres Unwohlsein, Schmerz und größere Angst. Deswegen ist es hilfreich, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen, damit dein Kind Vertrauen zu seinem Zahnarzt aufbaut und der Zahnarzt für das Kind kein Unbekannter ist.

Folge von Zahnarztangst

Wenn Zahnangst zu einem langfristigen Problem wird, kann dies zu einer lebenslangen Vermeidung von Zahnbehandlungen führen, die zu einer erheblichen Verschlechterung der gesamten Mundgesundheit führen können. Es entsteht ein Teufelskreis, da neue Zahnprobleme aufgrund von schlecht gepflegten Zähnen und entzündetem Zahnfleisch zu weiteren Ängsten führen kann.
Auch wenn Kinder in jungen Jahren nur Milchzähne haben und die bleibenden Zähne noch kommen, ist es schlecht wenn die Milchzähne Karies haben. Die bleibenden Zähne sollen in ein kariesfreies Gebiss durchbrechen. Außerdem können starke Entzündungen der Milchzähne die bleibenden Zähne schädigen.

Wie verhalte ich mich als Mutter oder Vater beim Zahnarzt?

Es ist ganz normal, dass man etwas angespannt ist, wenn sein Kind auf dem Zahnarztstuhl liegt. Man möchte natürlich auch als Elternteil nichts falsch machen, dem Kind beistehen und besonders pädagogisch sein. So schwer es einem als Elternteil auch fallen mag, kann der Zahnarzt am besten mit dem Kind arbeiten, wenn du als Elternteil nichts sagst oder am besten im Wartezimmer wartest. Viele Eltern möchten dem Kind die Hand halten, dein Kind schafft das auch alleine. Das behindert oft die Arbeit oder das Kind bekommt so das Gefühl, dass etwas schlimmes ansteht. Auch die Worte der Eltern: „Du musst keine Angst haben, dass es weh tut“ sind nicht hilfreich, weil so das Kind weiß, dass es Aufmerksamkeit bekommt, wenn es schreit. Deswegen sage lieber nichts, so geht die Behandlung am schnellsten vorbei oder warte am besten im Wartezimmer. Dein Kind schafft das auch alleine.

Wie kann ich die Angst meines Kindes vor dem Zahnarzt lindern?

1. Wähle den richtigen Zahnarzt für dein Kind

Es gibt spezielle Kinderzahnärzte, die besonders auf die Bedürfnisse deines Kindes eingehen, sich viel Zeit nehmen und speziell nur für die Kinderbehandlung ausgestattet sind. Sie benutzen zum Teil spezielle Instrumente, die die Arbeit mit Kindern erleichtert. Auch wird in diesen Praxen mit den Kindern in einer Kindersprache gesprochen, sodass sie die Vorgänge besser verstehen oder sie werden durch Fernseher an der Decke abgelenkt, sodass sie ihre Angst verlieren. Meistens wird in Kinderzahnarztpraxen auch mit Sedierung gearbeitet, wie Lachgas oder bei extremer Angst mit Narkose.
Auch normale Zahnarztpraxen behandeln Kinder, aber wenn du merkst, dass dein Kind große Angst hat und ungern den Mund aufmacht, dann ist es vermutlich in einer Kinderzahnarztpraxis besser aufgehoben.

2. Halte anstehende Zahnarztbesuche vor deinem Kind nicht geheim

Kinder brauchen Vorhersehbarkeit in ihrem Leben. Wenn du dein Kind im Voraus über einen bevorstehenden Zahnarztbesuch informierst, hat es Zeit, sich mental auf den Besuch vorzubereiten. Erlaube deinem Kind, Fragen zu stellen und Ängste auszudrücken. Beantworte die Fragen mit einfachen und präzisen Worten. Mache deinem Kind keine Angst indem du sagst, dass etwas weh tun wird. Spreche mit deinem Kind darüber wie wichtig gesunde Zähne sind. Lese mit ihm Bücher zum Beispiel über den ersten Zahnarztbesuch.

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3. Bringe deinem Kind bei, wie es sich entspannen kann

Es gibt Entspannungstechniken, wie z. B. Atemübungen, um die körperliche Reaktion des Kindes auf Angstzustände, wie zum Beispiel erhöhte Herzfrequenz zu verlangsamen.

4. Sei ein gutes Vorbild

Sei ein gutes Vorbild für dein Kind. Deine Gedanken, Sorgen und Einstellungen beeinflussen dein Kind, wie er auf ängstliche Situationen reagiert. Wenn du entspannt bist und Ruhe ausstrahlst, dann ist dein Kind auch ruhig und gelassen.
Besteche dein Kind nicht, damit es zum Zahnarzt geht. Dadurch wird die Angst nur verstärkt, weil es sich wundert warum es bestochen werden muss.

5. Beginne früh mit dem Besuch beim Zahnarzt und sei konsequent

Je früher dein Kind zum Zahnarzt geht, desto besser. Du kannst dein Kind auch zu deinen Zahnarztkontrollen mitnehmen. So kennt dein Kind schon die Praxis und kann Vertrauen aufbauen. Ab dem ersten Milchzahn kannst du mit deinem Kind zum Zahnarzt gehen. Spätestens mit zwei Jahren, wenn das Milchgebiss vollständig ist, ist es empfehlenswert zur zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung (FU) zu gehen. Diese kann alle 12 Monate wahrgenommen werden.
Du verringerst das Risiko für dein Kind, Zahnschmerzen zu entwickeln, wenn der Besuch beim Zahnarzt zu einem festen Bestandteil seines Lebens und seiner Erinnerung wird.
Wenn du immer noch besorgt bist, dass dein Kind ängstlich ist, lese deinem Kind vor dem Besuch zahnmedizinische Bücher vor.
Wenn dein Kind das erste Mal beim Zahnarzt war, mache direkt einen Folgetermin aus. Damit es zur Routine wird und dein Kind Vertrauen zum Zahnarzt aufbauen kann. Vom 6. Bis 18. Lebensjahr zahlt die gesetzliche Krankenkasse zwei Mal im Jahr eine Individualprophylaxe bei deinem Kind. Diese geht meist 30 Minuten und sollte unbedingt in Anspruch genommen werden. Deinem Kind wird genau gezeigt wo es noch besser putzen muss und die Zähne werden gründlich gereinigt.

6. Sei vorsichtig, wenn du dein Kind zum Zahnarzt mitnimmst

Nimm dein Kind nur zu deiner eigenen Zahnbehandlung mit, wenn du selbst keine Angst vor dem Zahnarzt hast und somit keine Nervosität auf dein Kind überträgst. Zu einer kurzen Kontrolluntersuchung ist es meistens kein Problem. Sobald etwas mehr geplant ist, ist es besser dein Kind Zuhause zu lassen.


Fazit: Die Mundgesundheit deines Kindes ist wichtig für sein langfristiges Wohlbefinden. Wenn du also frühzeitig den Zahnarztbesuch zu einer Gewohnheit machst, Zahnpflege mindestens zwei Mal am Tag durchgeführt wird und dein Kind gesunde Nahrung zu sich nimmt, dann stehen die Chancen gut, dass dein Kind nie große Zahnprobleme haben wird.

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Zuletzt aktualsiert am 12. Oktober 2019

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