CMD: Was hilft bei Kieferschmerzen?

CMD: Was hilft bei Kieferschmerzen?

Obwohl CMD (Kraniomandibuläre Dysfunktion) sehr häufig vorkommt, wird es oft unzureichend behandelt. Da die CMD-Symptome den Kiefer, die Ohren, die Nase, den Hals, das Gesicht, den Nacken, den obere Rücken und sogar die Augen betreffen können, haben Zahnärzte und HNO-Ärzte häufig Schwierigkeiten die Symptome richtig zu deuten und eine Diagnose zu stellen.
CMD ist komplex und es lohnt sich etwas darüber zu erfahren, denn CMD geht nicht von alleine weg oder verbessert sich von alleine. Es wird mit der Zeit eher schlechter wenn man nicht richtig behandelt wird.

Was ist CMD?

Bei der CMD-Störung handelt es sich um ein Krankheitsbild, das Schmerzen oder eine Druckempfindlichkeit in den Kaumuskeln und oder der Gelenke verursacht, die die Bewegung des Kiefers steuern. Es ist also eine Fehlfunktion im Bereich zwischen Schädel (Cranium) und Kiefer (Mandibula). Um CMD diagnostizieren zu können benötigt man ein Röntgenbild von den Kiefergelenken.
Zu den Schmerzen zählen Kieferschmerzen, Schmerzen im Gesicht, in den Augen, im Nacken, im Kopf. Außerdem können Schmerzen beim Kauen auftreten oder wenn du deinen Mund weit öffnest.  
Der Kauapparat ist eines unserer kompliziertesten Systeme im Körper. Über Muskeln und Nerven ist er eng mit dem Kopf, der Wirbelsäule, dem Gehirn und manchen Organen verknüpft. So können Funktionsstörungen im Kausystem auch Probleme in anderen Bereichen des Organismus verursachen und umgekehrt.
Viele Zahnärzte können CMD identifizieren, wurden jedoch nicht geschult es zu behandeln.

Was sind Kieferschmerzen?

Kiefergelenkschmerzen entstehen meist durch chronische Verspannungen der Kaumuskulatur durch Zähneknirschen oder durch einen falschen Biss.

Wie viel kostet eine Schiene beim Zahnarzt?

Je nach Aufwand, Dicke der Schiene können die Kosten variieren von 150 Euro bis 1000 Euro bei einem Spezialisten.

Wie funktioniert das Kiefergelenk?

Das Kiefergelenk ist sowohl ein Scharniergelenk als auch ein Gleitgelenk. Dies ist in unserem Körper einzigartig und erklärt die kreisförmige Bewegung, die erforderlich ist, um Nahrung richtig kauen zu können.
Es handelt sich nicht um eine einfache Scharnierbewegung, sondern um eine dreidimensionale (kreisförmige) Bewegung. Aufgrund dieser Komplexität kann es zu Problemen oder Fehlfunktionen kommen.

Wo befindet sich das Kiefergelenk?

Der Kiefer befindet sich zwischen dem Schläfenbein (Os temporale) und dem Unterkieferknochen.

Woher weiß ich, ob ich eine CMD (Kraniomandibuläre Dysfunktion) habe?

Du kannst es gleich selbst testen:
Lege einen Finger vor das Ohr über das Gelenk.
Öffne deinen Kiefer leicht.
Dann öffne noch weiter, bis du merkst, dass sich das Gelenk bewegt.
Wenn du ein Geräusch hörst, ein Knacken oder ein Knistern, dann kann es gut sein, dass du eine kraniomandibuläre Dysfunktion hast.  

Was für Symptome habe ich bei CMD?

Die Symptome können verschieden sein:

  • Kieferschmerzen
  • Kieferknacksen
  • Ohrenschmerzen
  • Kieferschmerzen unter dem Ohr
  • Knackgeräusche im Ohr
  • Schmerzen im Gesicht, im Kiefer oder im Nacken
  • Steifheit im Kiefermuskel
  • Eingeschränkte Mundöffnung
  • unklare Gesichtsschmerzen, vor allem verspannte Wangen
  • Kopfschmerzen
  • Schulter- und Rückenschmerzen
  • Knieschmerzen
  • Schwindelattacken
  • Tinnitus
  • lockere oder abgeschliffene Zähne
  • Zahnschmerzen
  • Schmerzen im Kiefergelenk
  • überempfindliche Zähne
  • Schluckbeschwerden

Symptome wie zum Beispiel Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen können mit Migräne oder einer Ohrenentzündungen verwechselt werden.

Wie wird CMD diagnostiziert?

Da die genauen Ursachen und Symptome nicht klar sind, gibt es keinen Standardtest zur Diagnose von CMD. In der Regel stellen HNO-Ärzte und Zahnärzte eine Diagnose auf der Grundlage der Symptome, insbesondere Kiefergelenkschmerzen.
Kein Zahnarzt hat den gleichen Ansatz, weshalb es sehr wichtig ist, die Behandlungsmöglichkeiten zu verstehen und sich eine zweite Meinung einzuholen.

Was verursacht CMD?

Die Experten sind sich nicht ganz sicher, was der Ursprung der Kiefergelenkschmerzen sind die mit CMD in Verbindung gebracht werden. Jedoch gibt es einige mögliche Ursachen:

  • Zähnepressen und Zähneknirschen
  • Schlafapnoe
  • Trauma im Kiefer, zum Beispiel durch eine Wurzelkanalbehandlung (wenn du deinen Mund längere Zeit offen halten musstest), einen Schlag auf den Kopf oder eine Schleudertrauma.
  • Arthritis
  • Falscher Biss
  • Stress

Wichtig ist, die Störung und die Behandlungsoptionen so gut wie möglich zu verstehen. Je länger du mit diesem Zustand lebst, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du den Gelenkschaden umkehren kannst.
Gelegentlich haben Kieferschmerzen auch keine ernsthafte Ursache und der Schmerz verschwindet wieder mit der Zeit. Viele Zahnärzte und Ärzte scheuen die Behandlung von CMD, weil die Behandlung nicht vorhersehbar und sehr umstritten ist.

Wer leidet unter CMD?

Rund 20 Prozent der Bevölkerung leiden unter behandlungsbedürftigen CMD-Symptomen. Meist geht es dabei um typische Symptome wie Kopf- oder Rückenschmerzen, die ihre Ursache im Kieferbereich haben können. Obwohl heute immer mehr und auch besonders junge Menschen von der Fehlfunktion betroffen sind, wird die CMD in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

Wie findet der Zahnarzt heraus, dass ich an CMD leide?

Die nicht einfachen Symptome erschweren es, eine kraniomandibuläre Dysfunktion zu diagnostizieren.
Wenn du den Verdacht hast an CMD zu leiden, dann solltest du zu einem Zahnarzt gehen, der auf CMD spezialisiert ist. Mit verschiedenen Tests kann er herausfinden, ob du an CMD leidest. Zum Beispiel kann der Zahnarzt mithilfe von zwei einfachen Holzspatel, die er dir jeweils links und rechts auf die untere Zahnreihe legt und den Patienten zubeißen lässt, feststellen ob die beiden Spatel in einer Ebene liegen. Ist der Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und des Unterkiefers synchron oder unterscheiden sich die Spatel. So kann das auf einen falschen Biss hindeuten.
Ein falscher Biss, eine sogenannte Okklusionsstörung, ist häufig ein Grund für CMD. Der Arzt untersucht die Schmerzsymptome und Fehlstellungen der Zähne, die Kaumuskulatur und Gelenkstrukturen werden abgetastet sowie die Kaubewegung, Mundöffnung und Kiefergelenksgeräusche untersucht. Auch die momentane Lebenssituation des Betroffenen sowie die Krankenanamnese wird abgefragt. Steht der Patient sehr unter Stress? Gab es in der Vergangenheit belastende Ereignisse? Auch solche Fragen können Hinweise auf die Ursache der CMD geben.
Außerdem erleichtern bildgebende Verfahren die Diagnosestellung. Häufig ist eine Röntgenaufnahme das erste Mittel der Wahl, um chirurgische Krankheitsursachen auszuschließen.
Je nach Befund des Zahnarztes sind Besuche bei anderen Fachärzten, wie spezialisierten Orthopäden, notwendig. Ärzte für psychosomatische Medizin kennen sich mit psychosozialen Einflüssen aus und untersuchen, ob Stress, Angst oder Depressionen die CMD unterstützen.

Wie sind die Heilungschancen bei CMD?

CMD ist heilbar, allerdings hängt der Behandlungserfolg stark von der Kompetenz und der Zusammenarbeit der verschiedenen Ärzte ab, sowie von dem Fortschritt der Erkrankung. Je komplexer das Krankheitsbild der CMD ist, desto komplexer ist auch oft der Weg zu einem Leben ohne Beschwerden.

Was hilft gegen CMD?

Für die Behandlung von Kiefergelenkschmerzen, die als CMD diagnostiziert wurden, gibt es drei Stufen:

  1. Die erste Stufe der Behandlung ist meist eine Knirscherschiene, die nachts getragen wird um die Zähne vor weiterem Abrieb zu schützen. Wenn sich die Kaumuskulatur nach wenigen Wochen nicht deutlich entspannt hat, kann der Arzt eine Aufbissschiene verordnen.
    Die Aufbissschiene schützt die Zähne und bringt den Unterkiefer in eine neutrale, neue Position, um die überaktive Kaumuskulatur zu beruhigen und das Kiefergelenk zu entlasten. Aufbissschienen werden individuell angepasst und sind aufwendig herzustellen. Da sich die Kieferstellung im Laufe der Behandlung verändern kann, muss die Schiene sorgfältig kontrolliert und immer wieder neu eingeschliffen werden.
  2. Die zweite Stufe der Behandlung ist die Physiotherapie. Sie trägt zum Behandlungserfolg bei. Bei der manuellen Therapie können mit speziellen Handgriffen Schmerzen gelindert und Bewegungsstörungen beseitigt werden. Physiotherapeuten untersuchen dabei die Gelenkmechanik, die Muskelfunktion und die Koordination der Kieferbewegungen. Sowohl mit passiven Techniken als auch aktiven Übungen werden blockierte oder eingeschränkte Gelenke mobilisiert. Zusätzlich kann die Behandlung medikamentös unterstützt werden. Dabei können Schmerzmittel, wie Entzündungshemmer oder Arzneimittel, die die Muskulatur entspannen, die akuten Schmerzen lindern.
  3. Die dritte Stufe der Behandlungen ist die chirurgische Therapie. Auf diese wir dann zurückgegriffen, wenn alle konservativen Behandlungsmaßnahmen (wie z.B. Knirscherschiene oder Physiotherapie) erfolglos geblieben sind. Dabei kann die sogenannte Gelenkspülung angewendet werden, wo der obere Teil des Kiefergelenks mit zwei dünnen Nadeln punktiert wird und mit Flüssigkeit gespült wird, um so feine Narben und entzündete Zellen oder Eiweißstoffe herauszuschwemmen.

Übrigens: In den meisten Fällen können die Schmerzen weniger werden, wenn du versuchst weniger zu kauen und du weiches Essen zu dir nimmst.

Zahlt die Krankenkasse die Behandlung?

Die Kosten für Diagnostik und Therapie einer CMD werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Die meisten Leistungen müssen von den Patienten selbst getragen werden. Die Kosten variieren, je nach Umfang der Behandlung.
 

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